EthikJournal

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    • Ulf Liedke (Dresden/Leipzig)

      11. Jg. (2025) Ausgabe 2
      Inklusion: Herausforderungen und Perspektiven

      Um Antwort wird gebeten. Versuch, Inklusion verantwortungsethisch zu denken

      Der Beitrag reflektiert Dilemmata, die in der Umsetzung des Menschenrechtsprinzips Inklusion erkennbar werden, in der Perspektive einer Verantwortungsethik. Dabei wird ein Verständnis von Verantwortung entwickelt, in dem pflichten-, folgen- und tugendethische Aspekte situationsbezogen zusammengeführt werden. Für die Bearbeitung von Dilemmasituationen ergibt sich die Notwendigkeit einer intensivierten Reflexion mit dem Ziel verbesserter Strategien und Prozesse auf professioneller, organisationaler und gesellschaftlicher Ebene. Dort, wo Inklusion trotz solcher Bemühungen mit exkludierenden Folgen verbunden ist, braucht es eine Unterbrechung der Exklusionsdynamik sowie das Bemühen, partizipativ alternative Strategien und Prozesse zu entwickeln.

      Ethik Sozialer Arbeit Ethik der Inklusion Verantwortungsethik Gesinnungsethik Pflichtenethik Folgenethik

    • Ulf Liedke (Dresden/Leipzig)

      10. Jg. (2024) Ausgabe 1
      Freiheit(en), die wir meinen

      Das inklusive Gewebe sozialer Freiheit. Notizen zum Freiheitsbegriff und seiner Bedeutung für die Soziale Arbeit.

      In der ethischen Diskussion wird über die negative „Freiheit von etwas“ und die positive „Freiheit zu etwas“ hinaus ein dritter, kommunikativer bzw. sozialer Freiheitsbegriff diskutiert. Dieser Freiheitsbegriff lässt sich plausibel mit dem Paradigma der Inklusion verknüpfen. Die These des Beitrages besteht darin, dass sich Freiheit umfassend erst in gemeinsamen, kooperativen Sozialbeziehungen verwirklicht, die zugleich durch die inklusive Anerkennung von Heterogenität und Vielfalt charakterisiert sind. Dieser inklusive, soziale Freiheitsbegriff vertieft das normative Selbstverständnis Sozialer Arbeit. Durch professionelle Unterstützungssettings wechselseitigen Anknüpfens lässt sich inklusive, soziale Freiheit ebenso realisieren wie durch Prozesse des Community Organizing sowie eine Politik Sozialer Arbeit, die sich als Menschenrechtspolitik versteht.

      Ethik Sozialer Arbeit Ethik der Inklusion kommunikative Freiheit soziale Freiheit Anerkennung Selbstbestimmung Autonomie

    • Carmen Kaminsky (Köln)

      3. Jg. (2015) Ausgabe 2
      Soziale Arbeit in Kontexten von Zwang

      Soziale Arbeit zwischen Mission und Nötigung: ethische Probleme sozialberuflichen Handelns in Zwangskontexten

      Zwangskontexte sozialberuflichen Handelns stellen kritisch in Frage, welches Verhältnis die Profession Soziale Arbeit einerseits zu ihrer Klientel und andererseits zu staatlichen Institutionen einnimmt. Darf und muss sich die Profession Soziale Arbeit an staatlich legitimierten Zwangsmaßnahmen beteiligen, wenn sie ihre höchsten Werte nicht gefährden will? Darf sie unter Umständen sogar selbst Zwangsmittel ergreifen? – Mit einer professionsethischen Argumentation begründet die Autorin, dass die Soziale Arbeit prima facie zur Ablehnung von Zwangsmaßnahmen verpflichtet ist. Darüber hinaus legt die Soziale Arbeit Wert darauf, dass sich ihre Klientel freiwillig auf ein Arbeitsbündnis einlässt. Die weiterführende Auseinandersetzung mit Bedingungen unter denen sozialberufliche Hilfen angenommen oder abgelehnt werden, wirft allerdings kritische Fragen auf: unterstellt die Soziale Arbeit ihrer Klientel möglicherweise zu Unrecht motivationale Bedrängnisse und verlangt sie ggf. ein zu hohes Maß an Freiwilligkeit? In eng umgrenzten Fällen – so die Argumentation – könnte die Ausübung von Zwang ethisch gerechtfertigt sein und die Profession entsprechend von der prima facie-Regel abweichen dürfen.

      Professionsethik Ethik Sozialer Arbeit Zwang Zwangskontext Freiwilligkeit

    • Andreas Lob-Hüdepohl (Berlin)

      1. Jg. (2013) Ausgabe 1
      Legitimation(en) sozialprofessionellen Handelns

      "People first" - Die ‚Mandatsfrage‘ sozialer Professionen aus moralphilosophischer Sicht

      Wie jedem beruflichen Handeln (Medizin, Pflege usw.), das auf andere Menschen einwirkt, stellt sich auch Sozialen Professionen die Frage ihrer Berechtigung bzw. moralischen Legitimation. Diese Frage wird üblicherweise mit dem Hinweis auf das ‚Doppelmandat‘ beantwortet. Dessen ursprüngliches Verständnis, das Soziale Professionen von der Seite des Staates zur Fürsorge und Kontrolle mandatierte, hat sich freilich erheblich verändert und sogar zu einem Tripelmandat erweitert: Soziale Professionen sehen sich von Seiten des Mandanten, des Staates und vom eigenen professionellen Selbstverständnis heraus zu Interventionen berechtigt. Diese Konzeption ist moralphilosophisch bzw. menschenrechtsethisch unbefriedigend und abzulehnen. Lediglich das adressatenseitige Mandat gilt kategorisch; Mandatierungen von Seiten des Staates sowie der Profession sind nur abgeleitet und gelten nur hypothetisch. Lediglich in Grenzfällen könnten sie zu weich paternalistischen Interventionen berechtigen. Dafür sind präzise Kriterien auszuarbeiten.

      Ethik Sozialer Arbeit Menschenrechte und Soziale Arbeit Doppelmandat Tripelmandat Paternalismus Zustimmungspflicht/'informed consent'

    • Wolfgang Maaser (Bochum)

      1. Jg. (2013) Ausgabe 1
      Legitimation(en) sozialprofessionellen Handelns

      Sozialarbeiterische Profession im Spannungsfeld von normativem Selbstverständnis und sozialstaatlicher Beauftragung

      Der Beitrag skizziert das zunächst schwierige Verhältnis von Ethik und Sozialer Arbeit im Rückblick auf die Genese der sozialen Profession. Auf der Grundlage der Unterscheidung von verschiedenen Möglichkeiten, Ethik und Soziale Arbeit aufeinander zu beziehen, werden Vorschläge für die Verortung der sozialen Profession im Kontext des Sozialstaates erörtert. Dabei stellen Veränderungen des deutschen Sozialmodells eine besondere Herausforderung dar. Der Blick auf aktuelle Problemanzeigen und normative Konfliktlinien macht schließlich deutlich, in welcher Weise die (sozial-) ethische Reflexion einen Beitrag zum Selbstverständnis und zur Positionierung der Sozialen Arbeit im gegenwärtigen Prozess der Transformation des Sozialstaats leisten kann.

      Ethik Sozialer Arbeit Berufskodex Sozialer Arbeit Menschenrechte und Soziale Arbeit Tripelmandat Aktivierender Sozialstaat

    • Michael Opielka (Jena/Berlin)

      1. Jg. (2013) Ausgabe 1
      Legitimation(en) sozialprofessionellen Handelns

      Gerechtigkeit und Soziale Arbeit - Sozialethische und sozialpolitische Perspektiven

      Der Beitrag bietet eine sozialpolitische Verortung der Sozialen Arbeit im Gerechtigkeitsdiskurs und vor allem im Diskurs um die Weiterentwicklung des Sozialstaats. Zunächst wird die ambivalente Beziehung von Sozialpolitik und Sozialer Arbeit untersucht und eine Triangulation der Sozialen Arbeit aus sozialpolitischer und soziologischer Sicht vorgeschlagen. Im zweiten Schritt wird dies für die sozialpolitische Perspektive durchgeführt, um schließlich einige Anforderungen an die Professionalität Sozialer Arbeit in einer Bürgergesellschaft skizzieren zu können. Von zentraler Bedeutung ist dabei der Vorschlag, die in der bisherigen Diskussion zum Verhältnis von Sozialpolitik und Sozialer Arbeit vorherrschende Dichotomisierung von Markt und Staat bzw. die Trias von Markt, Staat und Gemeinschaft, die sich bekanntlich auch in der Wohlfahrtsregimetypologie Gøsta Esping-Andersens (liberal/ sozialdemokratisch/konservativ) niederschlägt, um einen vierten Regimetyp, den „Garantismus“, zu erweitern – wobei die Frage lautet, ob ein solcher Regimetyp nicht nur eine sozialpolitische Perspektive weist, sondern ob er einer Sozialen Arbeit der Zukunft nützt.

      Ethik Sozialer Arbeit Sozialpolitik Sozialstaat Garantismus