EthikJournal

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    • Tobias Nickel-Schampier (Bremen)

      3. Jg. (2015) Ausgabe 1
      Die Finanzierung sozialer Dienstleistungen

      Effektiver und effizienter? Hilfen zur Erziehung zwischen fachlichen Herausforderungen und Kostendruck

      In den letzten Jahren sind die Hilfebedarfe, Leistungen und Ausgaben im Bereich Kinderschutz und Erziehungshilfen kontinuierlich gestiegen. Im Zuge dieser Entwicklung wird in der fachpolitischen Diskussion gefordert, Maßnahmenformen der Hilfen zur Erziehung effektiver und effizienter einzusetzen. Vor diesem Hintergrund zielen verschiedene Initiativen, wie das Bremer Modellprojekt „Erziehungshilfe, Soziale Prävention und Quartiersentwicklung (ESPQ)“, darauf ab zu prüfen, ob etwaige Maßnahmenformen der Hilfen zur Erziehung unter Umständen weniger eingriffsintensiv gestaltet werden könnten. Darüber hinaus soll auch ermittelt werden, ob durch alternative Handlungskonzepte der Ausgabenanstieg bei den Hilfen zur Erziehung gebremst oder gar vermindert werden kann.
      Ansätze und Konzepte wie das Bremer Modellprojekt beleben eine Diskussion, die innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe seit ungefähr zwanzig Jahren geführt wird und den Kern des Aufsatzes bildet: Die Diskussion um Effektivität und Effizienz der Hilfen zur Erziehung. Denn auch wenn die Einsparung knapper und dringend benötigter monetärer Ressourcen im Rahmen alternativer Ansätze und Konzepte in der Kinder- und Jugendhilfe generell zu begrüßen ist, stellt sich die Frage, ob und inwiefern die entsprechenden Handlungsansätze auch tatsächlich zu „besseren“ Effekten führen als etablierte Maßnahmenformen der Hilfen zur Erziehung. Die Beantwortung dieser Frage, so die zentrale These des vorliegenden Beitrages, ist deswegen so schwierig, weil Forschungsergebnisse und Diskurs hinsichtlich der Qualität von Hilfen zur Erziehung bislang überschaubar sind.

      Kinder- und Jugendhilfe Kostendruck Hilfen zur Erziehung ambulante Maßnahmen Beziehung Effektivitätsgebot