EthikJournal

Regina Ammicht Quinn (Tübingen) Mone Spindler (Tübingen)

Zwischen Fürsorge und Kontrolle - Ethische Überlegungen zu Techniken für ein gutes Alter

Techniken für ältere Menschen sind nicht neutral. In sie sind Werte eingeschrieben, sie verän­dern den Kontext, in dem sie eingesetzt werden, und sie verändern die Perspektive auf die Welt. Wenn Altern nicht nur eine persönliche, eine gesellschaftliche und eine ökonomische Frage, sondern auch eine ethische Frage ist, müssen Techniken auch ein gutes Leben im Alter stützen. Der Text zeichnet nach, warum und wie Techniken zur Gestaltung von Fürsorgebe­ziehungen und zur Bewahrung und Entwicklung von Fähigkeiten taugen sollten. Schließlich werden Reflexionsfragen formuliert, die im schwierigen Kontext von Alter, Fürsorge, Pflege und Selbstbestimmtheit helfen können zu klugen Entscheidungen zu kommen.

Abstract

Technologies are never neutral artefacts. Values are inscribed into technologies, they transform the contexts in which they are used and they change the perspective on the world. Aging is not only a personal, social and economic question, but also an ethical question. Tech­nologies for elderly people thus must help them and the people connected to them to lead a good life. Technologies need to be good for shaping care relations and for preserving and developing capabilities. In a coda, the text presents questions that could help to make wise decisions concerning the use of technologies for elderly people.

Alter Technik Ethik Pflege gutes Leben Klugheit

Verjüngungstechniken

Lucas Cranach der Ältere, Maler, Grafiker und Buchdrucker der Renaissance, ein Freund Luthers und Melanchthons, war 74 Jahre alt, als er 1546 den „Jungbrunnen“ (Gemäldegalerie Berlin) malte. Sieben Jahre vor seinem Tod imaginierte er nicht, wie er selbst in die Jugend zurückkehrt oder wie Männer wie er selbst dies tun; er imagi­nierte Frauen. Links im Bild befindet sich eine düstere und abschreckende, rechts im Bild eine freundliche und einladende Landschaft. Von links werden alte Frauen in Pferdekutschen, Schubkarren, auf Tragen oder auch auf dem Rücken anderer zum Wasserbecken im Zentrum des Bildes gebracht. Nackt steigen sie in das Wasser und scheinen dort mit vielen anderen durchaus Spaß zu haben. Nackt kommen sie auf der anderen Seite wieder heraus und sind transformiert: Jung und schön verschwin­den in einer Art Umkleidekabine und nehmen, neu bekleidet, am Festmahl teil, das in der ewig blühenden Landschaft am rechten Bildrand stattfindet.

Vorher-Nachher-Bilder sind uns nur zu gut bekannt. Bei ihnen fehlt aber die Bildmitte, das Dazwischen, auf das sich Lucas Cranach konzentriert. Wo im Bild der wortwörtli­chen Re-naissance der lässige Spaß dieser Cranach’schen Transformation gezeigt wird, sind die aktuellen Vorher-Nachher-Bilder mit impliziten, aber gut vorstellbaren Qualen des Hungerns, der Selbstzüchtigung oder auch der Schmerzen durch Schön­heitsoperationen unterlegt. ‚Jugend‘ ist nach wie vor in vielen medialisierten Ländern der globalisierten Welt eine kulturelle Norm, die Erscheinung, Verhalten, akzeptierte Aktivitäten und Selbstrepräsentationen bestimmt – und heute, als Adoleszenz, auch bis zum 40. Geburtstag dauern darf.

Dort, wo eine Gesellschaft immer mehr und immer ältere Menschen hat, wäre eine Umkehrung des Jugendwahns denkbar: Alter als Leitmotiv richtigen Lebens. Eine aus­schließliche Orientierung am Alter, ein Alterswahn, wäre aber gleichermaßen fatal; denn in Zeiten raschen Wandels, in denen für Kinder die Kindheitswelten ihrer Groß­eltern fremd geworden sind, ließe sich damit weder eine gute Gesellschaft noch ein gutes Leben entwerfen. Der Jugendwahn scheint heute auch nicht untergegangen, vielmehr eher implizit geworden zu sein: Mitten in einer alternden Gesellschaft müs­sen nicht mehr alle jung sein, aber sie müssen zumindest in junger Weise alt werden. Das darf dann als „successful aging“ (Rowe/Kahn 1987; 1998; Katz/Calasanti 2014) gelten, wenn in marktförmiger Weise auch noch das Altwerden als erfolgreich oder aber gescheitert beurteilt werden kann und strukturelle Probleme individueller Ver­antwortung zugeschrieben werden. Die alternde Gesellschaft bewirkt, dass Alter immer noch negativ präsentiert wird (mit Bildern der „Pflegekrise“ im Altenheim), aber auch, ergänzend, als übermäßig positiv: Dort, wo alte Menschen „erfolgreich“ alt sind, machen sie Weltreisen, spielen Tennis und nehmen Ballettstunden. Sie sind also ihr je eigener Jungbrunnen.

Darstellungen des „Stufenalters des Menschen“, die zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert populär waren, zeigen den menschlichen Lebensverlauf auf aufsteigen­den und dann wieder absteigenden Stufen. Der Mann hat hier mit 50 Jahren den Höhepunkt erreicht, mit 60 beginnt das Alter als Abwärtsbewegung. In einer Darstel­lung dieses Stufenalters des Menschen heißt die Beschriftung der jeweiligen Stufen: "Geburt, 10 Jahr' ein Kind, 20 Jahr' ein Jüngling, 30 Jahr' ein Mann, 40 Jahre wohlge­than, 50 Jahre Stillestand, 60 Jahr' geht's Alter an, 70 Jahr' ein Greis, 80 Jahr' schnee­weiss, 90 Jahr' der Kinder Spott, 100 Jahre Gnad' vor Gott.“ (Anonymus, ca. 1880)

Die deutlich verlängerte Lebenserwartung und bessere Gesundheitsversorgung ist ein, aber nicht der einzige Grund, dass Menschen heute mit 60 ‚durchstarten‘ sollen. Die gedachten Lebensstufen also fallen heute nicht graduell ab, sondern bleiben ho­rizontal auf gleicher Höhe, durchaus unterstützt durch technische Artefakte – bis sie, ‚plötzlich und unerwartet‘, mit dem Tod abbrechen. Zumindest für Männer. Nicht um­sonst aber hat Lucas Cranach Frauen im Jungbrunnen gemalt. Obwohl traditionelle Zuschreibungen von Schönheit für Frauen und Funktionalität, Kraft und Stärke für Männer inzwischen abgeschwächt sind, wirken sie weiter. Die Stufenalter der Frauen, falls sie am äußeren Erscheinungsbild gemessen werden (und das ist Normalität), ge­hen spätestens ab dem 40. Lebensjahr, häufig früher, bergab. Die Technik, die als „Jungbrunnen“ fungiert, ist häufig die Anti-Aging-Medizin (vgl. Spindler 2014), aber inzwischen auch eine große Bandbreite an Techniken der Lebensführung.

Was aber hat es mit Techniken für ein gutes Leben im Alter auf sich? Und, grundle­gender: Gibt es überhaupt ein gutes Leben im Alter? Oder brauchen wir Technik in der ganzen Bandbreite von der Schönheitschirurgie über die Brille bis hin zur Ge­sichtserkennungsapp, in der Bilder von Personen gespeichert sind, die ich eigentlich erkennen müsste, um die Altersaspekte im Leben eines Menschen möglichst unsicht­bar zu machen? Sodass Techniken für das Alter letztlich Techniken zum Verschleiern und Vergessen des Alters sind? Und ist das gut oder schlecht?

Technik und Alter: Vom Besteck bis zur Bedienungsanleitung

In der Antike sind mit ‚techne‘ umfassend menschliches Wissen und menschliche Fä­higkeiten gemeint. Nicht nur Kunstfertigkeit, auch Kunst also gehört zur ‚techne‘.

Heute versteht der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) unter Technik nutzenorientierte künstliche Gebilde oder Systeme (etwa einen Hammer); alle menschliche Handlungen und Einrichtungen, mit oder in denen solche Gegenstände oder Systeme entstehen (etwa der handwerkliche oder industrielle Vorgang, in dem ein Hammer hergestellt wird); und schließlich menschliche Handlungen, in denen diese Gegenstände oder Systeme verwendet werden – etwa das Einschlagen eines Nagels (vgl. VDI 2000).

Im Zuge digitaler lernender Systeme müssen diese Definitionsvorschläge differenziert werden, weil dann immer neu geklärt werden muss, was genau ‚menschliche Hand­lungen‘ sind. Zugleich aber wird auch bei den bestehenden VDI-Definitionen deutlich, dass Techniken nie nur als Werkzeuge betrachtet werden können, die ein Mensch benutzt, um etwas damit zu tun. Denn Techniken sind weit mehr als Werkzeuge: „If the only tool you have is a hammer, everything looks like a nail.” (Kaplan, mündlich überliefert; ähnlich: Kaplan 2009, 28) Techniken also, so der Philosoph und Verhal­tenswissenschaftler Abraham Kaplan, beeinflussen unsere Handlungs- und Denk­spielräume, indem sie sie verändern, erweitern oder einschränken.

Nötig ist damit ein differenziertes Verständnis von Technik für ältere Menschen. Wird Technik nur als Werkzeug gedacht, rücken die Interaktionen zwischen Mensch und Technik und die Wechselwirkungen zwischen Technik und Gesellschaft in den Hintergrund. Technikgestaltung aber ist immer auch Gesellschaftsgestaltung: Gesell­schaftliche Vorstellungen und Werte werden in Techniken eingeschrieben, und Techniken formen Gesellschaften.

2.1 Besteck

Besteck ist eine Technik. In diese Technik ‚Besteck‘ ist beispielsweise die Vorstellung eingeschrieben, man solle nicht mit den Händen essen. Dieser Vorstellung liegen be­stimmte Werte wie Hygiene oder Anstand zugrunde. Gleichzeitig bringen Techniken bestimmte gesellschaftliche Verhältnisse hervor. Besteck legt den Verzehr bestimmter Speisen, die sich damit angenehm essen lassen, nahe; am Umgang mit Besteck lassen sich Manieren ablesen, eventuell soziale Zugehörigkeiten zuordnen. Und schließlich wird das Piktogramm ‚Besteck‘ zum Hinweis auf ‚Essen‘ selbst (vgl. hier und im fol­genden Ammicht Quinn u.a. 2015, 6[1]).

Solche Beobachtungen lassen sich an einer Vielzahl von Techniken machen – vom Fernseher bis hin zu Smartphone Apps. Hier zeigt sich, dass Menschen und Gesellschaften nicht nur Techniken gestalten; umgekehrt gestalten auch Techniken Menschen und Gesellschaften, indem sie beispielsweise ihren Alltag, ihre Verhaltens­weisen und Wahrnehmungen strukturieren. Technik entwickelt sich also nicht ‚einfach‘ durch die Anwendung und Weiterentwicklung ingenieurswissenschaftlicher Prinzipien, Ideen und Kompetenzen. Technikentwicklung ist ein Vorgang, der zum einen gesellschaftliche Vorstellungen widerspiegelt, zum anderen gesellschaftliche Auswirkungen hat.

Techniken für das Alter lassen sich unterteilen in bestehende Techniken, die für ältere Menschen angepasst werden, z.B. ein großes Display und große Tasten bei Mobilte­lefonen; in Techniken, die spezifisch zur Unterstützung nachlassender Fähigkeiten im Alter entwickelt werden (vom Rollator bis hin zu elektronischen Fitnessspielen); Techniken, die das ‚Problem Alter‘ managen (wie Sturzerkennungs-, Türschließ- oder Kontroll-Systeme für den Herd); Techniken, als deren primäre (aber nicht alleinige) Nutzer*innen ältere Menschen gedacht werden (z.B. eine Gehhilfe); und Techniken, als deren primäre Nutzer*innen diejenigen gedacht sind, die ältere Menschen be­treuen oder pflegen (z. B. Pflegeroboter oder Überwachungssysteme).

Jeder Technikeinsatz verändert den Kontext, in dem er stattfindet. Diese Veränderun­gen gilt es zu reflektieren.

2.2 Mensch-Technik-Ensembles: Wer bedient wen?

Neue Techniken kommen häufig mit einer Bedienungsanleitung zu uns. Das ist eine interessante Wortwahl, die eher in eine feudalistische Zeit verweist, in der es vermut­lich für den Hofstaat König Ludwigs XIV. eine Art ‚Bedienungsanleitung‘ für den König gab. Nimmt man die Bedienungsanleitungen für Technik ernst, werden Mensch-Technik-Hierarchien uneindeutig, denn Menschen müssen sich zunächst richtig verhalten, damit ein System ihnen Assistenz oder Hilfe leisten kann. Dies muss als Mensch-Technik-Interaktion weitergedacht werden, weil nicht nur Menschen die Technik beeinflussen (etwa durch Ein- und Ausschalten, das Benutzen unterschiedli­cher Eigenschaften), sondern die Technik auch den Menschen beeinflusst. Mensch-Technik-Interaktionen also sind kontextabhängig und veränderbar, da Techniken in unterschiedlichen Kontexten genutzt werden, da sich Menschen Techniken unter­schiedlich und durchaus kreativ aneignen können und da Techniken auf Menschen mit unterschiedlicher Vorbildung, unterschiedlichen Interessen, Vorlieben, Fähigkei­ten, Gebrechen und unterschiedlichen Sprach- und Bildungshintergründen usw. treffen können.

Drei weitere Faktoren sind hier wichtig:

Erstens ist ein Mensch-Technik-Ensemble nicht nur das Zusammenspiel von Mensch und Technik, sondern bezeichnet vielmehr ein komplexes Netzwerk unterschiedlicher Akteur*innen, Institutionen und Technologien. Nicht nur die primären Nutzer*innen am Gerät sind darin aktiv und vom Technikeinsatz betroffen, sondern auch deren soziales Umfeld. Verwandte, Freund*innen, Dienstleistende, Institutionen und auch Techniken selbst können zum sozialen Umfeld gezählt werden, da sie alle von einem Technikeinsatz berührt werden und darauf einwirken.

Zweitens findet die Mensch-Technik-Interaktion nicht in einem herrschaftsfreien Raum statt. Immer geht es dabei auch um die Aushandlung von Machtverhältnissen, da meist nur bestimmte Personen(gruppen) die Bedeutung und Funktion einer Tech­nik festlegen können und nur bestimmte Personen(gruppen) beeinflussen können, welche Abhängigkeitsverhältnisse durch den Einsatz von Technik verstärkt werden und welche nicht. Verstärken können sich Abhängigkeiten durch Technik insbesondere dort, wo aufgrund von mangelndem Wissen und Erfahrung in der Tech­niknutzung manche Personen die Technik schlecht verstehen oder in der Anwendung auf andere angewiesen sind. Je komplexer und für Laien undurchschaubarer eine Technik ist, desto dominanter kann sie in ein Leben eingreifen. Damit können sich durch ein bestimmtes Design oder eine bestimmte Nutzungsform einer Technik Machtverhältnisse verstärken oder verändern. Ob eine Gabel zum Essen oder zum Kämmen benutzt wird, liegt nicht primär am Gegenstand selbst, sondern an der ihm zugewiesenen Rolle – mit der dann andere Nutzungsformen als falsch, inkompetent oder eklig definiert werden.

Und drittens haben Forscher*innen, Techikentwickler*innen, Menschen, die Technik vermarkten und Menschen, die Technik als Verantwortliche für andere einsetzen wollen, je unterschiedliche Vorstellung von dem, was Alter(n) ist. Diese Vorstellungen können durch (oft singuläre) persönliche Erfahrungen, durch Marktstudien oder durch mediale Altersbilder vermittelt sein. Aus diesen Vorstellungen wird die Beschreibung bestimmter Probleme entwickelt, die eine bestimmte Technik dann lösen soll. Diese Vorstellungen geben auch den Ort vor, den die Technik innerhalb des Mensch-Technik-Ensembles einnehmen soll: unterstützend am Rand oder struk­turierend-dominierend in der Mitte. Solche Vorstellungen sind von Werten geleitet. Und Werte sind es auch, die den Entwurf eines ‚guten Alterns‘ prägen.

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[1] Ich danke Mara Mühleck für diese Anregung.

‚Gutes‘ Altern

3.1 Altern als ethische Frage

Offensichtlich hat die Idee des „erfolgreichen Alterns“ eindeutige Nebenwirkungen. Was also ist ‚gutes‘ Altern?

Ethik ist diejenige Wissenschaft, die sich mit dem Guten und Richtigen befasst. Ethik ist dabei die kritische Reflexion und Analyse herrschender gelebter Moral. Dabei denkt und arbeitet sie nicht nur im deskriptiven (beschreibenden), sondern auch im präskriptiven (vorschreibenden oder vorschlagenden) Sinn. Ein solches Verständnis von Ethik reicht bis ins Griechenland des 8. Jahrhunderts v. Chr. zurück. Es beruht auf der Vorstellung, dass menschliches Leben nicht allein durch Gewohnheiten und Traditionen, aber auch nicht allein durch rechtliche Regelungen gelenkt werden kann. Aristoteles, der Ethik als philosophische Disziplin einführt, geht davon aus, dass jede menschliche Praxis, auch Gewohnheiten und Traditionen, theoretisch reflektiert und praktisch gestaltet werden muss (vgl. dazu Ammicht Quinn 2014).

Ethik ist eine Theorie menschlichen Handelns unter den Grundgegensätzen von gut/ böse, richtig/ falsch, aber auch gelingendes/ misslingendes Leben. Damit stellt Ethik eine doppelte Frage: zum einen die Frage nach richtigem Handeln vor allem in Konfliktsituationen, und zum anderen die Frage nach dem guten Leben, die immer wieder heißt: In welcher Gesellschaft wollen wir leben?

In einer ethischen Perspektive wird deutlich, dass Alterung nicht nur ein körperliches, sondern auch ein psychisches, soziales, kulturelles Phänomen ist. Alter ist damit keine vom Lebenslauf und vom Menschsein isolierbare problematische Lebensphase, son­dern Teil des Lebens. Dabei ist Alter(n) für jeden Menschen anders; ältere Menschen müssen in ihrer Vielfalt – auch in ihrer kulturellen Vielfalt berücksichtigt werden.

3.2 Autonomie als Ziel?

In den Diskursen um Alter und Technik steht immer wieder ein Wert im Zentrum: Autonomie, auch formuliert als Selbstständigkeit, Selbstbestimmung, Unabhängig­keit, Eigenständigkeit. Für Menschen, denen aufgrund neuer und als bedrohlich empfundener körperlicher oder geistiger Schwäche der Verlust der Autonomie droht, ist das nur verständlich. Für Menschen, bei denen das Alter noch weit entfernt scheint, ist oft in ihrer momentanen Situation der Verlust der Autonomie die schlimmste Vor­stellung. Technikentwickler*innen und ganze Industriezweige definieren damit das ‚gute Altern‘ als ein Altern in Autonomie: möglichst lange (oder immer) selbstständig in der eigenen Wohnumgebung zu verbleiben.

Treten wir hier einen Schritt zurück, dann erkennen wir, dass wir in einer abendländi­schen und patriarchalen philosophischen Tradition stehen, die uns (nicht allein mit Kant, der hier in einer anderen, moralischen Richtung denkt) einen aufgeblähten Begriff von Autonomie als Erbe hinterlassen hat: Ein Mensch ist dann und nur dann ein Mensch, so die Lehre aus dieser Tradition, wenn er autonom ist. Freiheit, Selbst­bestimmung, Autonomie und Unabhängigkeit werden als zentrale Punkte des menschlichen Lebens gedacht. Sie sind wichtig. Und ein gutes menschliches Leben hängt immer auch davon ab entscheiden zu können, wie und wo man leben, wen man lieben und welche Partei man wählen will. Aber Autonomie und Unabhängigkeit sie sind nicht die einzigen zentralen Punkte, und sie werden nie in vollem Maße verwirklicht. „Wir wollen nun […] annehmen“, schreibt Hobbes, „daß die Menschen gleichsam wie Schwämme [Pilze] plötzlich aus der Erde hervorgewachsen und erwachsen wären, ohne daß einer dem anderen verpflichtet wäre.“ (Hobbes [1642] 1918, 166) Dies ist nicht die Erfahrung vieler Menschen; es ist nicht die Erfahrung vieler Frauen, insbesondere Frauen, die Kinder geboren haben. Menschliches Leben kann nie allein auf Unabhängigkeit fokussiert sein. Abhängigkeit und Wechselseitigkeit, Sorge und Fürsorge sind Prinzipien und Werte, die in gleicher Weise wichtig sind. Damit stehen wir vor der Aufgabe, den Zusammenhang von Unabhängigkeit, Mündigkeit und wechselseitiger Abhängigkeit je neu zu denken. In diesem neuen und notwendigen Denken wird jede Autonomie eines menschlichen Lebens zu „relationaler Autonomie“ – zur Autonomie in Beziehung (Mackenzie/Stoljar, 2000).

Wenn Alter nicht vom restlichen Leben losgelöst werden darf, dann sind Zerbrech­lichkeit, Verletzbarkeit und Endlichkeit kein Stör- oder Ausnahmefall, sondern ein Teil des Lebens. Alter(n) zeigt sich als „Radikalisierung der menschlichen Grundsituation“ (Rentsch 2015, 297).

3.3 Fürsorge, Fähigkeiten, Balance

Damit lässt sich gutes Altern in drei Perspektiven beschreiben:

‚Gutes Altern‘, das zeigt die Care-Ethik (Gilligan 1982; Conradi 2001), ist wie jedes Leben ein Leben in Fürsorgebeziehungen. Das gute Leben ist ein Leben, das den Menschen nicht primär als vereinzeltes Individuum sieht, sondern als Mensch, der sein Leben lang auf andere Menschen angewiesen ist. Es gibt unterschiedlichste Beziehungen, in denen Menschen füreinander sorgen. Ein gutes Leben ist auch dadurch gekennzeichnet, dass Menschen Fürsorge geben und annehmen können.

‚Gutes Altern‘, das zeigen die Ansätze von Martha Nussbaum und Amartya Sen (z. B. Nussbaum/ Sen 1993), ermöglichen die Entwicklung und Erhaltung von Fähigkeiten. Das gute Leben ist ein Leben, in dem nicht Fähigkeiten und Befähigungen von Menschen unterdrückt oder verboten werden – etwa die Fähigkeit, eine Kindheit zu haben oder die Fähigkeit sich angemessen zu ernähren, eine angemessene Unterkunft zu haben, aber auch die Fähigkeit, kritisch über das eigene Leben nachzudenken. Gutes Leben ist dann ein Leben, das die Entwicklung und Erhaltung von Fähigkeiten erlaubt.

‚Gutes Altern‘, das zeigt Martin Seel in seinem Buch über Glück (Seel 1995, 138-176), ist ein Leben, das die Balance zwischen Arbeit (als zweckgebundener Tätigkeit) und Spiel (als zweckfreier Tätigkeit), zwischen Interaktion mit anderen Menschen und Kontemplation, dem Für-sich-Sein hält.

Arbeit muss nicht Erwerbsarbeit sein; hier geht es, allgemeiner, um zielgerichtetes Handeln und damit Ermöglichung von Selbstwirksamkeit, von Einfluss auf die Welt. Beziehungen ermöglichen eine gemeinsame Auseinandersetzung mit der Welt und ermöglichen es, als soziales Wesen zu leben. Spiel ist ein eher heikles Thema in einer Gesellschaft, in der die ‚Nutzlosigkeit‘ älterer Menschen zumindest implizit in man­chen Diskursen mitschwingt. Die technologischen ‚Spiele‘, die für ältere Menschen angeboten werden, sind keine Spiele, sondern eher Arbeit: Bewegungs- und Ge­dächtnistrainings. Wenn aber der Bereich des Spiels im weitesten Sinn als Bestandteil des guten Lebens ernst zu nehmen ist, dann ist es entscheidend, auch die Möglichkeit zweckfreien Handelns als Teil des guten Alterns zu sehen. Betrachtung und Kontemp­lation sind vielen fremd geworden, da hier religiöse Untertöne mitschwingen. Zugleich muss auch hier für das gute Altern ein Bereich eröffnet werden, in dem Menschen bei sich und für sich sein können – und das heißt auch: ohne Intrusion, ohne Überwachung. Dies ist auch die Frage nach technikfreien Räumen oder Zeiten für alte und sterbende Menschen.

Techniken für das gute Leben im Alter

Wie also sollten Techniken aussehen, die ein so beschriebenes gutes Leben im Alter unterstützen?

4.1 Der Roboter im Badezimmer

Zunächst eine anekdotische Evidenz:

Auf einem Workshop über Technik im Alter hatten die Wissenschaftler*innen eine Gruppe technikaffiner älterer Menschen und einige Technikentwickler eingeladen. Ein Technikentwickler stellte einen kleinen Roboter auf Rollen vor. Dieser kleine Roboter sollte bei einem Sturz aktiviert werden, zu der gestürzten Person rollen, die Kommu­nikation zu einer Notrufstation aufbauen und, falls die Person nicht aufstehen oder nicht antworten kann, selbst die entscheidenden Informationen mitteilen; auch Bilder der gestürzten Person sollte der Roboter schicken, indem er, mit einer Kamera aus­gestattet, die Person umfährt und Verletzungen dokumentiert. Die älteren Menschen legten sich auf den Boden, um genau auszuprobieren, wie eine solche Interaktion sich aus ihrer Perspektive darstellen würde. Sie waren zunächst sehr angetan von der Möglichkeit, unkompliziert und schnell Hilfe zu bekommen. Als aber die Sprache da­rauf kam, dass dann natürlich immer alle Türen in der Wohnung offen sein müssten und dass die meisten Stürze im Badezimmer passieren, änderte sich die Stimmung: Keinesfalls dürfe der Roboter ins Bad oder in die Toilette (Tübingen, Herbst 2014).

Eine solche Reaktion mag nicht richtig logisch sein. Aber sie offenbart dennoch etwas Wichtiges: dass – als Beispiel – Scham nicht einfach hinter dem Wunsch nach Selbständigkeit und Sicherheit verschwindet. Damit werden Fragen, was Techniken im und für das Alter tun und können sollten, komplex.

Eng verknüpft mit Scham ist die Frage nach Privatheit.

Die Funktionsweise von Ambient Assisted Living (AAL-) Systemen in der Wohnumge­bung, aber auch anderer Technologien wie beispielsweise GPS-Ortungsgeräten für Menschen mit demenziellen Erkrankungen, geht einher mit der Erhebung von persönlichen Daten. Häufig ist die Tatsache der Datenerhebung und deren Konse­quenzen den Nutzer*innen nicht oder nicht in vollem Umfang bewusst.

Immer wieder sind unterschiedliche Systeme auf der Grundlage gemeinsamer technischer Standards vernetzt – oder eine solche Vernetzung wird angestrebt. Dies kann in nutzungspraktischer Hinsicht sinnvoll sein. So können unter anderem Systeme miteinander kombiniert werden, die sich funktional ergänzen. Wenn aber Systeme miteinander vernetzt werden, tauschen sie notwendigerweise Daten miteinander aus; bei AAL-Systemen sind dies häufig sensible private Daten. Damit gibt es bei jeder Interoperabilität von Systemen klare Risiken der Datensicherheit.

Privatheit ist ein wichtiges Element des guten Lebens. Privatheit benötig Datenschutz – und geht zugleich über den Schutz personenbezogener Daten hinaus. So kann Pri­vatheit auch die Verfügbarkeit eines Rückzugsortes, die Gestaltung persönlicher Nahbeziehungen und die Wahrung von Intimität einschließen. Technische Unterstüt­zung kann in bestimmten Lebenssituationen Privatheit ermöglichen oder fördern. Technische Assistenz bei der Intimpflege beispielsweise kann von einer möglicher­weise schamhaft besetzten Angewiesenheit auf helfende Personen befreien, wenn die gepflegte Person dies so empfindet. Zugleich ist eine Dauerüberwachung zum Zweck des Schutzes von Personen ein erheblicher Eingriff und ermöglicht kein Für-sich-Sein mehr.

Sowohl das Verständnis von Privatheit als auch das Bedürfnis nach Privatsphäre sind individuell unterschiedlich und können sich im Laufe des Lebens verschieben. Gerade darum kann nicht generell vorausgesetzt werden, dass alle älteren Menschen gerne ihre Privatsphäre aufgeben, auch wenn Überwachung ihre Sicherheit erhöht.

4.2 Techniken zur Gestaltung und Ermöglichung von Fürsorgebeziehungen

Leben ist Leben in Beziehungen. Abhängigkeiten von anderen Menschen sind weder ein an sich mangelhafter Zustand noch ein Ausnahmefall, sondern bilden eine Grund­konstante in jedem Lebensverlauf.

Viele Menschen im Alter sind auf unterschiedliche Formen von Fürsorge angewiesen. Manchen fällt das Annehmen dieser Fürsorge schwer, weil es nicht in ihr Selbstbild passt; manche genießen die Fürsorglichkeit anderer. Diese Fürsorgebeziehungen können technisch unterstützt werden, etwa durch Unterstützung der Kommunikation oder durch Hilfe bei schwerer Pflegearbeit.

Wie jede Fürsorgebeziehung muss auch eine technisch unterstützte Fürsorgebezie­hung gestaltet werden. Denn die (gut gemeinte) Fürsorge der Angehörigen kann durch technologische Unterstützung in Kontrolle umschlagen und zur Überwachung und zum Eingriff in die Privatsphäre werden.

Fürsorge ist immer auch Sorge um sich selbst. Auch diese Selbstsorge kann mit technologischen Alltagshilfen unterstützt werden, erfordert dann jedoch einen in die Technologien eingeschriebenen Respekt vor der Person und Persönlichkeit der Nutzer*innen. Technologische Unterstützung zur Ermöglichung von Fürsorgebezie­hungen ist wertvoll. Problematisch wird es dort, wo menschliche Fürsorge durch Technik ersetzt werden soll. Nach wie vor bleiben Zeit, Aufmerksamkeit und Aner­kennung die wichtigsten Ressourcen im Bereich der Fürsorgebeziehungen. Für viele ältere Menschen ist es ein wesentlicher Faktor ihrer eigenen Lebensqualität, selbst anderen Menschen Fürsorge entgegenbringen zu können. Hier ist es wichtig, dass die in den Alltag integrierten Techniken nicht ein mangelndes Selbstwertgefühl er­zeugen, sondern so weit wie möglich ein soziales Leben mit anderen und für andere unterstützen.

In der Altenpflege eingesetzte Roboter im Gewand von Kuscheltieren, etwa die Robbe Paro oder die Katze JustoCat, gelten als „soziale Roboter“ oder „Zuwendungsrobo­ter“. Eine Robbe, die mit Tönen reagiert, wenn sie gestreichelt wird, kann angenehme Sinneseindrücke oder eine Phase der Beruhigung ermöglichen, unter Umständen sogar bislang verschüttete sprachliche Äußerungen. Sie sind weder ein Ersatz für Fürsorgebeziehungen, noch dienen sie ihrer Ermöglichung; sie können aber ein Instrument in der Pflege sein. Dies ist nicht zu verwechseln mit aktiven Fürsorgebe­ziehungen, in denen ältere Menschen für andere Personen Wirksamkeit entfalten – etwa im Zuhören oder Erzählen, im Sorgen oder Versorgen, im Dasein.

Für die Ermöglichung aktiver Fürsorgebeziehungen sind herkömmliche Technologien nicht zu unterschätzen: Brillen und Hörgeräte, Techniken der Kommunikation und Hilfen zur Mobilität. Die entscheidende technische und gesellschaftliche Aufgabe ist hier, dass diese Geräte funktionieren und dass allen Menschen der Zugang dazu er­möglicht wird.

4.3 Techniken zur Bewahrung und Entwicklung von Fähigkeiten

Häufig orientieren sich Techniken an der Idee der Befähigung und Ermöglichung. Befähigung und Ermöglichung sind zunächst positive Ziele. Zugleich muss in Technik-entwicklung und im Einsatz der Technik benannt werden können, was eine Technik in welchem Kontext genau ermöglichen soll oder kann. Die angestrebten Befähigun­gen sollten sich dabei nicht nur am ökonomisierten Nutzen für eine Gesellschaft ori­entieren, sondern auch an zweckfreien Befähigungen, beispielsweise Befähigungen zu Spiel, Betrachtung, Genuss, Selbsterfahrung.

Techniken können Menschen in unterschiedlicher Weise zur sozialen Teilhabe befä­higen – etwa durch Ermöglichung von (digitaler) Kommunikation oder durch Hilfen, sich ohne Angst vor Orientierungsverlust im öffentlichen Raum zu bewegen.

Menschen sind aber auch befähigt, mit sich und für sich alleine zu sein. Auch dies ist Teil eines guten Lebens. Räume der Privatheit und der Einsamkeit sollten durch Tech­nik ermöglicht oder zumindest nicht grundsätzlich verunmöglicht werden.

Befähigung wird hier also weit über den Erhalt bzw. Ausgleich schwindender körperlicher und kommunikativer Fertigkeiten hinaus gedacht. Befähigung braucht damit die Zielvorstellung des ganzen Menschen, der auch im Alter neue Fähigkeiten entwickeln kann – Fähigkeiten des Für-sich-Seins, der Aufmerksamkeit für die unmit­telbare Umgebung, des sorgenden Interesses für andere, der Freude an Natur, des Genusses im Alltäglichen und vieles andere mehr.

Ein Beispiel dafür sind Ortungstechnologien: Ortungstechnologien für ältere Menschen sind sich im Kern relativ ähnlich – und sinnvoll, wenn Menschen ‚verloren gehen‘. Häufig löst ein Gerät einen Alarm aus, wenn ein vorher definierter Bereich betreten oder überschritten wird. All diejenigen, die aus dem ‚erlaubten‘ Raum herauswollen, sind ‚Wegläufer‘. Die Technik ist also eine „disabling technology“ – mit welchen guten Zielen auch immer sie eingesetzt wird. In Norwegen wurde eine ver­gleichbare Technologie als „enabling technology“ entworfen – als Unterstützung für Menschen mit Orientierungsproblemen oder Formen der Demenz; die Technologie hilft ihnen dabei, trotz ihrer Einschränkungen noch Spaziergänge unternehmen zu können.

Die Perspektive auf eine Situation also entscheidet über die Werte, die mit einer Technologie transportiert werden und macht Menschen entweder zu Wegläufern oder Spaziergängern.

4.4 Techniken zur Erhaltung der Autonomie

Selbstbestimmung ist die Kontrolle über das eigene Leben und die Möglichkeit, das eigene Leben als eigenes Leben wahrzunehmen. Und Selbstbestimmung ist ein wichtiger, aber nicht der einzige Wert eines Lebens. Selbstbestimmung kann nicht allein an kognitive Fähigkeiten wie rationales Erkennen, Einordnen, logisches Denken und Bewerten gebunden werden, sondern bezieht sich genauso auf Gefühle und Wahrnehmungen, auch auf die Möglichkeit, einen Selbst-Sinn, ein Gefühl für das eigene Selbst und eine Wahrnehmung des eigenen Selbst zu haben.

Selbstbestimmung heißt immer auch Wählen-Können. Der Technikeinsatz sollte darum Handlungsoptionen und Handlungsalternativen bereitstellen. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für selbstbestimmtes Handeln – in der ganzen Bandbreite von einfacher bis zu komplexer Entscheidungsfähigkeit im Kleinen wie im Großen. Sind in eine Technologie diese Handlungsoptionen und -alternativen als skalierbar eingebaut, so lassen sie sich an die aktuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Menschen anpassen. Damit können je nach Situation große oder kleine Handlungs- und Entscheidungsspielräume durch Technik erhalten bzw. erweitert werden.

Wenn eine Technik in der Lage ist, Menschen zu deren Sicherheit zu überwachen, so wäre es denkbar, dass Menschen selbst entscheiden, wann dies für sie sinnvoll und nötig ist – etwa dann, wenn sie sich krank fühlen, aber nicht, wenn sie sich gut fühlen, Besuch haben oder einfach unbeobachtet sein wollen. Das Risiko, das mit diesem Handlungsspielraum einhergeht – es könnte plötzlich etwas passieren, wenn die Technik nicht eingeschaltet ist – ist ein Risiko, das Menschen dann eigenverantwort­lich tragen.

Techniken für das Alter also sollten keine Techniken sein, die das Alter unsichtbar machen, wohl aber Techniken, die dabei helfen, altern zu können.

Klugheitsethik

Für Aristoteles war die entscheidende Frage der Ethik die Frage nach dem guten Leben. Diese Frage tritt seit der Wende zur Neuzeit zunehmend in den Hintergrund, während die normativen Fragen nach dem richtigen Handeln deren Stelle einnehmen. Einer der Gründe dafür ist die schwierige, immer wieder für unmöglich gehaltene Verständigung über das, was ein gutes Leben sein könnte – insbesondere dort, wo sich Lebenskontexte ausdifferenzieren, pluralisieren und globalisieren.

„Kategorische“ Aussagen, die mit Kant für die Ethik wichtig werden, sind unbedingt und absolut, etwa in der Aussage: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werden.“ (Kant 1785/1977) Diese Abstraktheit ist ihr Vorzug – und zugleich ein erheblicher Nachteil. Denn das Leben findet im Konkreten statt.

Dennoch sind solche stark normativen Aussagen wichtig. Denn es gibt im Bereich der Pflege und der Techniken für das Alter(n) ‚no-go-areas‘ – Bereiche, die nicht betreten werden dürfen. Das sind beispielsweise Formen der Gewalt und Missachtungen der Menschenwürde. Gewalt findet etwa dort statt, wo schwache oder demente Menschen nicht mehr als Menschen angesehen werden, wo es an grundlegendem Respekt mangelt, oder wo Techniken nur dazu dienen, Menschen still, klein und unauffällig zu halten. Dort, wo Menschen auf ihre Krankheitssymptome reduziert werden, dort wo Techniken das Verhalten alter Menschen lediglich managen, werden solche Situationen problematisch. Überall dort werden Menschen zum Mittel für etwas Anderes; überall dort sind solche Handlungen nicht rechtfertigbar. Gewalt findet auch dort statt, wo die Pflegenden nicht mehr als Menschen gesehen werden, sondern als Funktionsteile eines Systems. Auch dort werden Menschen zum Mittel für etwas Anderes; überall dort sind solche Urteile, Erwartungen und Einstellungen nicht rechtfertigbar.

Der größere Bereich in den praktischen Handlungsfeldern ist aber nicht eindeutig: Sollten wir alte Menschen möglichst sicher halten oder ihnen Freiheit zugestehen? Schon in der Verantwortung für Kinder ist dies ein Problem – in der Verantwortung für alte Menschen erst recht. Es gibt also im Konkreten weit mehr Grauzonen und Ambivalenzen, bei denen wir mit kategorischen Normen nicht weiterkommen. Wir brauchen daher nicht nur einen kategorischen Imperativ, sondern auch einen „pragmatischen Imperativ“, der kein technisch-instrumenteller, sondern ein auf Moral, auch in ihren je kulturspezifischen Ausformungen bezogener Imperativ ist.

In der europäischen Kunstgeschichte erscheint die Klugheit immer wieder als Figur an der Schnittstelle von ‚oben‘ und ‚unten‘; sie ist auch die Gestalt mit zwei Gesichtern, deren eines nach unten, deren anderes nach oben schaut. Damit wird sie als diejenige Tugend gezeigt, die die moralischen Ideale aus dem ‚Himmel‘ auf die ‚Welt‘ bringt. Die Klugheit ist die Tugend der Konkretheit und der Perspektivität. Sie erfasst die konkreten Umstände in ihrer Besonderheit, das menschliche Leben mit seinen Grauzonen und Ambivalenzen, in seiner Endlichkeit.

Solche pragmatischen Imperative sind keine strengen Handlungsanweisungen wie stark normative Aussagen, sondern Empfehlungen und Hinweise zur Entscheidungsfindung. Ihnen haftet etwas Provisorisches an, denn sie gehen davon aus, dass es im Konkreten nicht ein „ein für allemal“ und auch nicht ein „für alle ein für allemal“ (Luckner 2005, 169) gibt. Ihr Ausgangspunkt ist der Versuch, Subjekt und Welt, Affekt und Vernunft nicht grundsätzlich getrennt, sondern in der Selbstorientierung des Subjekts verbunden zu sehen, dort, wo ein Mensch einen Richtungssinn für das Leben entwickelt, der das Leben als Ganzes, auch in seiner Endlichkeit in den Blick nimmt. „Es ist die Endlichkeit, die eine Person dazu macht, was sie ‚eigentlich‘ ist.“ (Luckner 2005, 170)

Im konkreten Kontext von Techniken für das Alter(n) geht es damit um dreierlei:

Es geht, erstens, darum, in jeder technischen oder nicht-technischen Handlung das Gegenüber als Träger_in von Würde, von Rechten und damit mit grundlegendem Respekt zu behandeln.

Es geht, zweitens, darum, moralische Grauzonen mit Abwägungsprozessen aufzuklären. Hier muss klug gehandelt werden. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Balance zwischen Sicherheit und Privatheit, Sicherheit und Schamgrenzen, zwi­schen Sicherheit und den Nebenfolgen von Überwachung, zwischen der Eigenwillig­keit der alten Menschen und der Notwendigkeit, die Arbeitslast zu bewältigen, zwischen Grundrechtsansprüchen und Freiheitsentzug. Und diese Liste lässt sich lange fortsetzen.

Deshalb geht es, drittens, darum, dass eine Gesellschaft in der praktischen Verteilung von Ressourcen, aber genauso in der alltäglichen und medialen Zuschreibung erkennt, was sie älteren Menschen und denjenigen, die sich um sie kümmern, schuldet: Respekt, Zeit, und den Freiraum, das Leben im Alter als „Radikalisierung der menschlichen Grundsituation“ zu sehen, in der Fürsorge, das Erhalten und Entwickeln von Fähigkeiten genauso wie Arbeit und Spiel, Interaktion und Kontemplation ihren Platz haben.

In „Der alte König in seinem Exil“ erzählt der Schriftsteller Arno Geiger die Geschichte seines an Demenz erkrankenden und erkrankten Vaters. Bei einem Besuch zu einer Zeit, in der der Vater schon schwer dement ist, beschreibt er die folgende Szene:

„Einmal, als ich ihm die Hand gab, bedauerte er mich, weil die Hand kalt war, ich sagte, ich käme von draußen aus dem Regen. Er behielt meine Hand zwischen seinen Händen und sagte: ‚Ihr könnt tun, was ihr zu tun habt, ich werde derweil diese Hand wärmen.’“ (Geiger 2011, 187)

Anhang: Reflexionsfragen

Wie aber kann man zu klugen Entscheidungen kommen?

Im Folgenden sollen einige Reflexionsfragen genannt werden. Sie dienen nicht dazu, ‚gute’ oder ‚schlechte’ Techniken voneinander zu unterscheiden. Sie können auch keine klaren Pauschallösungen formulieren, die für alle Nutzer*innengruppen, Situationen und Kontexte ‚richtig’ sind. Sie bieten vielmehr eine Reflexionsgrundlage dafür, dass Technikentwicklung und Technikeinsatz – im privaten wie im institutionel­len Bereich – sorgfältig geprüft und mit einer auch empirisch fundierten ethischen Perspektive angereichert werden können (vgl. hierzu ausführlicher Ammicht Quinn et al. 2015).

Mensch-Technik-Ensembles

Welche Probleme in welchen Kontexten sollen durch eine Technik gelöst werden?

Wer sind die vorgesehenen Nutzer*innen der Technik?

Werden gesellschaftliche Konsequenzen mitgedacht, etwa die Veränderung zwischenmenschlicher Kommunikation durch unterschiedliche Kommunikations-techniken?

Werden unterschiedliche Interessen, unterschiedliche Vorbildung, unterschiedliche Sprachen für die Mensch-Technik-Interaktion berücksichtigt?

Wie wird mit widerständigen Aneignungsformen umgegangen?

Werden auch Menschen berücksichtigt, die mit vom Einsatz einer Technik betroffen sind – etwa Pfleger*innen, Angehörige oder Menschen in den jeweiligen Orten des Technikeinsatzes?

Wird diese Gruppe als sozial und kulturell heterogen gedacht?

Ist eine informierende und kommunikative Begleitung der Technikimplementierung möglich, nötig oder sinnvoll?

Wie verschieben sich menschliche Beziehungen, wenn die Technik zum Einsatz kommt?

Der Technik zugrundeliegende Werte

Werden die Werte und Vorannahmen, die einer Technik zugrunde gelegt werden, ausreichend geprüft? Oder sind die Werte und Vorannahmen durch singuläre persönliche Erfahrungen oder durch stereotype Alltagbilder geprägt?

Wann stehen hinter Zielen der Entlastung andere Ziele (z.B. die Ermöglichung eines effizienten Pflegeablaufs und die Vermeidung von Widerstand)?

Werden Vorstellungen, beispielsweise, dass ältere Menschen gerne möglichst lange alleine zu Hause leben wollen, daraufhin geprüft, unter welchen Umständen und mit welchen Alternativen diese Wünsche geäußert werden?

Wird beim Leitbild des „aktiven Alterns“ danach gefragt, welches Ziel die Aktivierung hat und ob sie sich an den jeweiligen Bedürfnissen älterer Menschen orientiert?

Mit welcher Begründung werden Techniken entwickelt, die „lügen“ – also eine andere Funktion darstellen als sie wirklich haben? (Armbanduhr als Türschließsystem) Wie ist mit ihnen umzugehen?

Abhängigkeit und Unabhängigkeit

Werden Techniken bevorzugt, die es ermöglichen, elementare Handlungen (aufstehen, waschen, essen etc.) länger eigenständig auszuführen?

Werden Techniken entwickelt und eingesetzt, die schambesetzte Handlungen durch andere Personen – etwa bei der Intimpflege – auch eigenständig ermöglichen?

Wie und mit welchen Argumenten wird dort, wo Techniken ältere Menschen abhängig machen (etwa bei nur von außen zu öffnenden Bettgittern) zwischen Sicherheit und der Ermöglichung von Unabhängigkeit oder Privatheit abgewogen?

Wie wird mit komplexen und für Laien undurchschaubaren Techniken (etwa Video-Telefonie) umgegangen? Werden Ängste, Verwunderung und Verwirrung, die durch solche Technologien entstehen können, vorschnell pathologisiert?

Wie können ungünstige Machtverhältnisse (die beispielsweise ältere Menschen entmündigen oder diskriminieren) durch die Technik bzw. den Einsatz der Technik zumindest nicht verschärft und vielleicht sogar ausbalanciert werden?

Wer profitiert von der Technik?

Datenerfassung und Privatheit

Wird bei der Datenerhebung das Prinzip der Datensparsamkeit eingehalten?

Wie wird ein möglicher Zugriff von unbefugten Dritten auf die Daten weitgehend verhindert? Wie wird der Gefahr von Datenmissbrauch begegnet, wenn unterschiedliche Systeme miteinander vernetzt werden? Werden die Vorteile der Vernetzung gegen potenzielle Nachteile abgewogen?

Wie können Nutzer*innen – zu denen das gesamte Mensch-Technik-Ensemble gehört – darüber aufgeklärt werden, welche Daten zu welchem Zweck gesammelt werden?

Können Nutzer*innen selbst entscheiden, an wen die Daten weitergegeben werden dürfen und an wen nicht? Und unter welchen Umständen sie nicht verwertet werden dürfen oder auch gelöscht werden müssen?

Welcher verantwortungsvolle Umgang wird gefunden, wenn ältere Menschen aufgrund kognitiver Beeinträchtigungen, z.B. im Zuge von Demenz, nicht in der Lage sind, die Folgen einer Datenerhebung einzuschätzen?

Welchen Stellenwert hat Privatheit für unser jeweiliges Leben? Welche Formen von Privatheit billigen wir älteren oder alten Menschen zu?

Wie kann „Für-sich-Sein“ oder „Kontemplation“ auch in einem Kontext möglich werden, der für ältere Menschen kein selbstbestimmter Kontext mehr sein kann?

Bewahrung und Entwicklung von Fähigkeiten

Welche neuen Fähigkeiten – auch Fähigkeiten im Umgang mit Technik – lassen sich entwickeln?

Erhalten und fördern Techniken (nachlassende) Fähigkeiten? Befähigen sie dadurch auch zu einem guten Leben im Alter?

Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit für die unmittelbare Umgebung, Freude an der Natur oder Genuss im Alltäglichen können nur bedingt technisch unterstützt werden. Welches Augenmerk wird auf diese Fähigkeiten gelegt?

Welche schwindenden kognitiven oder motorischen Fähigkeiten können durch welche Techniken geübt und länger erhalten werden, wenn die entsprechenden Personen das so wünschen?

Welche geschwundenen kognitiven oder motorischen Fähigkeiten können durch welche Techniken bis zu einem gewissen Grad ausgeglichen werden, wenn die Anwender*innen das so wünschen?

Bewahrung und Entwicklung von Fähigkeiten

Kann ein bestimmter Technikeinsatz Handlungsoptionen zur Verfügung stellen?

Sind diese Handlungsoptionen skalierbar, sodass sie sich an den aktuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten der Menschen orientieren können?

In welcher Weise und in welchen Kontexten bietet Technik die Möglichkeit, dass sich Menschen für eine risikobehaftete Situation und gegen die sicherere, aber weniger freie Situation entscheiden können?

Gestaltung von Fürsorgebeziehungen

Wie können beispielsweise Kommunikationstechnologien für gelingende Fürsorge-beziehungen eingesetzt werden?

Wie kann technische Unterstützung bei schwerer Pflegearbeit die Fürsorgebezieh-ungen nicht behindern, sondern sie unterstützen oder überhaupt erst ermöglichen?

Welche Technologien können die Selbstsorge älterer Menschen unterstützen?

Wie kann vermieden werden, dass technisch gestützte Fürsorge in Kontrolle umschlägt?

Wo laufen Technologien Gefahr, Fürsorgebeziehungen nicht zu stützen, sondern sie zu ersetzen?

Wenn herkömmliche Techniken wie Brillen, Hörgeräte, Mobilitäts- und Kommunikationsunterstützungen für aktive Fürsorgebeziehungen nötig sind: Wie kann der Zugang aller zu diesen Techniken ermöglicht werden? Wie kann die individuell optimale Funktionsweise dieser Technologien gewährleistet werden?

Literaturverzeichnis

Weitere Artikel dieser Ausgabe

  • Tim Reiß (Berlin)

    5. Jg. (2019) Ausgabe 1
    Pflege und Digitalisierung

    Editorial

    Abstract Mit dem Schwerpunktthema „Pflege und Digitalisierung“ greift das EthikJournal ein gegenwärtig ebenso dringliches wie kontroverses Thema auf. Der Einsatz von Assistenztechniken und Robotern, so das Versprechen, soll nicht nur Pflegekräfte entlasten – dies sei insbesondere vor dem Hintergrund eines drohenden ‚Pflegenotstands‘ dringlich –, sondern auch helfen, die Selbstbestimmung Hilfsbedürftiger zu erhalten und zu unterstützen. Doch ist diesem Versprechen zu trauen? Viele Betroffene – sowohl Pflegekräfte als auch Pflegebedürftige – stehen dem Einsatz digitaler Technik in der Pflege skeptisch gegenüber. Ist dies als ein bloß gefühlsmäßiger Vorbehalt zu verstehen? Oder ist dies vielmehr Ausdruck der realistischen und rational begründbaren Einschätzung, dass mit diesen Techniken durchaus erhebliche Gefahren für ein humanes Selbstverständnis der Pflege als zwischenmenschliches Beziehungsgeschehen verbunden sind? Vor dem Hintergrund dieser Fragestellungen hat das Berliner Institut für christliche Ethik und Politik (ICEP) der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) am 18.04.2018 ein Fachgespräch zum Thema „Menschlich mit Technik? Pflege im Zeitalter der Digitalisierung“ zusammen mit dem Deutschen Hospiz- und PalliativVerband und der Katholischen Akademie in Berlin organisiert. Und nicht zuletzt hat auch der Deutsche Ethikrat seine Jahrestagung 2019 unter das Thema „Pflege – Roboter – Ethik“ gestellt. Wir freuen uns, diese Diskussion in dieser Ausgabe des EthikJournals um einige wichtige Beiträge ergänzen zu können, die uns geeignet erscheinen, die Debatte in wesentlichen Hinsichten voranzubringen.
    Bei allen Differenzierungen im Detail und unterschiedlichen Akzentsetzungen kommen die folgenden Beiträge nämlich interessanterweise in vier wesentlichen Punkten überein: (1) Ethische Reflexion ist notwendig, bevor durch technologische Entwicklung Fakten geschaffen werden und eine bereits eingespielte Praxis sich durch Verstetigung und Gewöhnung gegenüber kritischen Anfragen an ihre ethische Legitimierbarkeit immunisiert hat. (2) Technik ist nie bloß ein neutrales Werkzeug. In Techniken sind immer auch gesellschaftlich vermittelte Wahrnehmungsweisen, Problem- und Situationsverständnisse eingeschrieben. (3) Technologische Entwicklungen sind in der Regel ambivalent, und dies gilt auch für die ‚Digitalisierung‘ der Pflege: Techniken, die den Erhalt von Selbständigkeit fördern, können auch zur Kontrolle und Überwachung eingesetzt werden. Techniken, die menschliche Sorge unterstützen, können diese auch verdrängen und ersetzen – wenn beispielsweise der Einsatz unterstützender Techniken zu einer Arbeitsverdichtung für Pflegekräfte führt. (4) Alle Beiträge kommen darin überein, dass digitale Bildung und Ausbildung nicht technokratisch und anwendungsbezogen verkürzt werden darf. Ein Ergebnis der vorliegenden Untersuchungen, das in seiner Bedeutung und Tragweite nicht überschätzt werden kann, lautet: Ethische Reflexionsfähigkeit, geisteswissenschaftliche und philosophische Bildung sowie ein Wissen um die gesellschaftlichen Voraussetzungen und Funktionen von Technik sind kein äußerlicher Zusatz, sondern müssen als integraler Bestandteil ‚digitaler Kompetenzen‘ begriffen werden.

  • Karin Reichel (Berlin) Rebecca Reichel (Berlin)

    5. Jg. (2019) Ausgabe 1
    Pflege und Digitalisierung

    Digitale Kompetenzen für die Pflege 4.0 - Warum IT-Schulungen zu kurz greifen

    Abstract Digitalisierung spielt in allen Bereichen der Gesellschaft eine zentrale Rolle, wobei die Pflege keine Ausnahme darstellt. Wie auch in anderen Branchen stehen Führungskräfte wie Angestellte vor der Frage, wie mit den neuen Technologien umgegangen werden soll und wie sie nutzbringend in den Arbeitsalltag integriert werden können. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit drei zentralen Fragen: Welche Fragestellungen ergeben sich an den Schnittstellen von Pflege und Digitalisierung und welche Kompetenzen benötigen Pflegekräfte, um diesen angemessen begegnen zu können? Welche Risiken entstehen durch den vermehrten Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in der Pflege und wie können diese vermieden werden? Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um die Qualifikation der Pflegenden gezielt voranzutreiben?