EthikJournal

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    • Melanie Misamer (Göttingen)

      11. Jg. (2025) Ausgabe 2
      Inklusion: Herausforderungen und Perspektiven

      Teilhabe und Macht: Wie durch Machtsensibilität Teilhabe gefördert und Ausgrenzung verringert werden kann

      Der Beitrag betrachtet die Rolle von Macht in Teilhabe- und Ausgrenzungsprozessen innerhalb der Sozialen Arbeit. Macht kann konstruktiv zur Förderung von Teilhabe als auch destruktiv zur Verstärkung von Ausgrenzung angewendet werden. Die Notwendigkeit eines sensiblen Umgangs mit der Macht wird auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen diskutiert. U. a. neben einem Wissen über machtspezifische und sozialpsychologische Verzerrungseffekte beim Umgang mit Macht, sind insbesondere (berufsethische) Prinzipien bei der Entwicklung einer Machtsensibilität von Bedeutung, um Macht verantwortungsvoll und konstruktiv zu nutzen. Das vorgestellte Handlungskonzept der Machtsensibilität dient als Werkzeug zur Förderung von Teilhabe und zur Vermeidung von Ausgrenzung.

      Machtsensibilität Teilhabe Soziale Arbeit Berufsethik Ausgrenzung

    • Christian Ghanem (Nürnberg) Markus Eckl (Passau) Robert Lehmann (Nürnberg)

      8. Jg. (2022) Ausgabe 1
      Transformative Digitalisierung in der Sozialen Arbeit II

      Big Data und Forschungsethik in der Sozialen Arbeit

      Der Einsatz digitaler Technologien und die Erforschung digitaler Räume bringen spezifische ethische Herausforderungen mit sich. Auf Basis einer Studie im Kontext von Selbsthilfeforen im Internet und mittels automatisierter Analysemethoden werden ethische Kristallisationspunkte herausgearbeitet. Es zeigt sich, dass diese in gängigen Forschungsethikkodizes bisher wenig Berücksichtigung finden. Insbesondere besteht ein Bedarf, Forschungen ohne formeller informierter Einwilligung zu normieren, um das Nützlichkeitspotenzial von Big Data Analysen für Zielgruppen der Sozialen Arbeit auszuschöpfen und gleichzeitig deren Persönlichkeits- und Schutzrechte zu gewährleisten. Um diese Werte auszubalancieren sollten Themen der Privatheit von Räumen und Reidentifikationsrisiken im Zentrum der Diskussionen stehen.

      Big Data Forschungsethik Soziale Arbeit Topic Modeling Onlineforum Straffälligenhilfe

    • Björn Görder (Tübingen)

      7. Jg. (2021) Ausgabe 2
      Transformative Digitalisierung in der Sozialen Arbeit I

      Die Macht der Muster Die Ethik der Sozialen Arbeit vor professionsbezogenen und gesellschaftlichen Herausforderungen durch 'künstliche Intelligenz' [1]

      Dieser Beitrag gibt einen Überblick über ethische Fragen, die sich beim Einsatz von KI-Algorithmen in der Sozialen Arbeit stellen. In Bezug auf konkrete Anwendungsszenarien akzentuiert er insbesondere Fragen der Transparenz, der Diskriminierung und der Selbstbestimmung. Darüber hinaus wird erläutert, dass KI-Technologie insgesamt eine gesellschaftsprägende Kraft entfaltet und sich daher für die Soziale Arbeit relevante ethische Fragen weit über den konkreten Technikeinsatz hinaus stellen. Diese betreffen beispielsweise die Gestaltung des Wirtschafts- und Sozialsystems, den Bereich des Politischen, die Grundstruktur sozialer Interaktion, das Selbstverständnis des Menschen und letztlich auch metaethische Grundlegungsfragen.

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      [1] Dieser Beitrag wurde wesentlich angeregt durch den Austausch in der Fachgruppe Ethik der DGSA und beim Arbeitskreis für theologische Wirtschafts- und Technikethik. Diese Impulse können nicht einzeln ausgewiesen werden – doch den Kolleginnen und Kollegen sei an dieser Stelle ausdrücklich gedankt.

      Selbstlernende KI-Algorithmen Soziale Arbeit ethische Kriterien Transparenz Prognose Sozialethik

    • Matthias Bruckdorfer (Berlin) Michael David (Berlin)

      7. Jg. (2021) Ausgabe 1
      Sozialökologische Transformation - Diskursfelder und Themen für die und in der Sozialen Arbeit

      Sozialpolitische und sozialarbeiterische Anmerkungen zur sozialökologischen gesellschaftlichen Transformation

      Soziale Arbeit ist bisher oft in einen sozialpolitischen Kontext eingebettet, der Autonomie und Selbstbestimmung von Menschen mit Armutserfahrung wenig achtet. Der Respekt vor den eigenen Handlungsmöglichkeiten, Bedürfnissen und Entwicklungswegen aller Beteiligten ist aber ein wesentlicher Ausweis der Fachlichkeit von Sozialer Arbeit. Eine nachhaltig wirksame Armutsbekämpfung ist nicht möglich, wenn soziale Problemlagen individualisiert und psychologisiert werden. Dies verhindert auch eine ökologisch nachhaltige Ausrichtung von Sozialpolitik und Sozialer Arbeit. Damit Menschen ökologisch handlungsfähig sind, müssen sie Zugang zu ausreichenden Ressourcen und Entscheidungsmöglichkeiten haben. Diskussionen über die ökologische Lenkungswirkung müssen in den Blick nehmen, dass eine nachhaltigere Ausrichtung von Sozialpolitik unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte erfordert, die eigene Fachlichkeit der Sozialen Arbeit und den damit verbundenen Respekt vor allen Beteiligten zu achten.

      Sozialpolitik Grundsicherung Anwaltschaftlichkeit Soziale Arbeit

    • László Kovács (Augsburg)

      4. Jg. (2017) Ausgabe 2
      Suizidales Begehren im Altern und in Krankheit

      Zur Rolle der Ethik in der Sozialen Arbeit

      Ethik hat sich zu einem wichtigen Teil der Sozialen Arbeit entwickelt. Dem Selbstverständnis der Profession entsprechend ist ethische Reflexion für die Theorie der Sozialen Arbeit unerlässlich, um den Gegenstand der Sozialen Arbeit feststellen zu können und für die Praxis, um Entscheidungen in ihrem tiefen Wesen verstehen und begründen zu können. Die Reflexion über die leitenden Werte und Normen der Profession macht eine Kooperation zwischen professioneller Ethik und professioneller Sozialer Arbeit erforderlich.

      Soziale Arbeit Ethik Theorie Praxis Begründung

    • Carolin Neubert (Jena)

      2. Jg. (2014) Ausgabe 1
      Zur ethischen Kritik professioneller Deutungs- und Wahrnehmungsmuster sozialer Probleme

      Klatsch als Übergangsritual in der Sozialen Arbeit – fernab ethischer Debatten?

      Der Beitrag berichtet aus einem laufenden Forschungsprojekt, welches Orte ritueller Praxen in einem ostdeutschen Jugendamt rekonstruiert. Dabei ergaben erste Erhebungen, dass gerade der Schwellenzustand zwischen professioneller Klientenbeziehung einerseits und teils diffuser Kollegenbeziehung andererseits der Ausgestaltung im Sinne eines Übergangsrituals bedarf. Die Mitar-beiter des untersuchten Feldes etablieren dieses in Form einer Klatschkultur, die Klientengespräche beidseitig rahmt. Im Folgenden soll nach dem symbolischen Bedeutungsgehalt und dieser Praxis in Bezug auf die Etablierung einer professionellen Teamkultur gefragt werden. Außerdem werden ethischen Bedenken derselbigen zur Diskussion gestellt.

      Rituale Schwellenzustand Professionalität Soziale Arbeit Teamkultur

    • Andreas Lienkamp (Osnabrück)

      1. Jg. (2013) Ausgabe 2
      Kindeswohl

      Kindeswohl und Soziale Arbeit

      Kinder und Jugendliche sind eine vulnerable Bevölkerungsgruppe, deren Würde und Wohl besonders geschützt werden muss. Dennoch kommt es immer wieder zu erheblichen Kindeswohlgefährdungen bis hin zu physischer und psychischer Gewalt, die im Vorfeld hätten verhindert werden können und müssen. Wenn es um Kindeswohl versus Autonomie der Erziehungsberechtigten geht, kann es jedoch ein echtes Dilemma der hier ohnehin nur scheinbar konkurrierenden Grundrechte nicht geben. Sozialprofessionelle müssen in der Lage sein, als Anwältinnen und Anwälte für soziale Gerechtigkeit verantwortungsvoll, rechtzeitig und machtvoll zu handeln. Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession sollte stärker als bisher ihr Drittes Mandat für die Menschenrechte von Kindern wahrnehmen – auf allen Ebenen.

      Kindeswohl Kindeswohlgefährdung Menschenrechte Misshandlung Soziale Arbeit Vernachlässigung